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Einseitigkeit

29.03.08 01:11:31, von Tblue E-Mail   German (DE) latin1
Kategorien: Software, Schule

...herrscht an meiner Schule was "alternative Betriebssysteme und Software" betrifft. Alles Microsoft(R). Vom Betriebssystem bis zur Office-Suite. Naja. Das Geld muss halt irgendwo hin, warum nicht in schlechte Software investieren.
Klar, die meisten Leute benutzen daheim das, was beim PC schon dabei war, eben Windows, und die Schulen bekommen es auch mit dazu...

Ich verlange ja auch nicht, dass man sich mit Computern auskennt. Aber wenn dann Jungen kommen, die sich für Computer-Profis halten (aber von anderen Betriebssystemen außer Windows keine Ahnung haben), und rumflennen, wenn man dem Ordner des Hax0rs das Attribut "Versteckt" gibt, dann kann ich nur lachen (mache ich natürlich nicht ;)). Wer hatte eigentlich die tolle Idee, allen Benutzern volle Zugriffsrechte aufs Netzlaufwerk zu geben? Jemand kam nämlich auf die Idee, "jetzt lösche ich die Powerpoint-Präsentationen der anderen Schüler oder kopiere mir wenigstens ihre Ideen" zu spielen. Das wurde durch das "Versteckt"-Attribut für unseren Ordner effektiv unterbunden. Hach ja. Aber jetzt zum eigentlichen Thema...

Ich rede vom ITG-Unterricht (Informationstechnischer Grundkurs). Dieser bestand nahezu vollkommen daraus, MS Office zu bedienen. Die meisten konnten es schon, manche nicht, trotzdem gabs am Ende für alle eine 2 aufs Zeugnis. Gut. Mit MS Word umzugehen, kann (leider) später im Beruf wichtig sein. Trotzdem würde ich es begrüßen, würden doch wenigstens Alternativen wie OpenOffice (und andere Open Source-Software) vorgestellt. Auch die Erwähnung von Linux und anderen Betriebsystemen außer Windows wäre nicht schlecht. Linux wurde immerhin kurz und unauffällig anhand von Knoppix vorgestellt. Ein paar Mädchen durften damit rumspielen (booten musste ich helfen :) ) und später erzählen, dass eigentlich alles so wie unter Windows funktioniert (die kleinen Spiele). Ansonsten wurde mit keinem Wort auf Knoppix bzw. Linux eingegangen (von UNIX/BSD/Mac OS ganz zu schweigen). Immerhin wurden die Schüler in anderen ITG-Kursen mit Filmen über Hardware gequält (kennt ihr diese tollen Lehrfilme?).

Fazit: Der "Informationstechnische Grundkurs" wurde wohl von einer Firma aus Redmond gesponsert, die Lehrer hatten weniger Ahnung als ich (klingt angeberisch, ist aber so) und der Kurs verdient seinen Namen nicht. Der Kurs war langweilig und enthielt für Leute, die bereits mit einem PC zu tun hatten, nicht viel neues.
Für die 11. Klasse habe ich mich übrigens in den Informatikkurs eingetragen. Wir werden erneut lernen, wie man mit verschiedenen Microsoft-Produkten umgeht und außerdem Pascal erlernen. Letzteres wird dann wohl die "Hardcore"-Auslese werden (Stichwort "logisches Denken"). Aber auf Pascal freue ich mich. :)

Nein, ich bin auch nicht allwissend, aber das ganze Microsoft-orientierte Zeug geht mir einfach auf die Nerven. Anstatt gutem, einigermaßen unabhängigem Unterricht wird eine furchtbare Einseitigkeit gelehrt. Jeder erfahrene Linuxer/Unix-Mensch/Nicht-nur-Windows-Systemadministrator könnte spannenderen und interessanteren Unterricht machen.

Abschließend noch einige Fragen an die wenigen Leser dieses Blogs: Hattet ihr in eurer Schulzeit auch ähnlichen Unterricht? Fandet ihr den Unterricht gut? Was würdet ihr anders machen?

P. S.: Versteht mich nicht falsch, es geht mir nicht darum, Microsoft schlecht zu machen. Mein Motto lautet: "Jedem das seine". Aber ich bin immer dafür, dass man "über den Tellerrand" blickt. Und genau das fehlt mir hier.

Nachtrag: Kabarakh hat in seinem Blog auf meinen Beitrag reagiert. Danke dafür.

5 Kommentare

Kommentar von: anarchopunk [Besucher]
*****
Also, Tblue, ich kann dir in vollem Umfang zustimmen!
Achja, HALLO erstmal.
Ich habe grad nochmal nachgedacht, ob ich mich nicht manipullieren lasse durch deine Meinung, aber meine Erfahrung zeigt *genau* dasselbe!
An unserer Schule gibt es in der Unterstufe einen ITG-Unterricht, der sich auf ein (sehr sehr schmales) Halbjahr begrenzt, behandelt wird ausschließlich das MS-Office. Damals habe ich ein paar nette neue Funktionen kennen gelernt, aber generell über den PC hat niemand etwas gelernt (es soll doch ein Grundkurs sein?) Hätte jemand nicht gewusst, wie man Windows startet, mit der grafischen Oberfläche umgeht, etc. hätte das auch nicht viel genutzt! (War natürlich nicht der Fall).
Ich selbst habe damals keinen Ton, keinen Pieps von Linux oder anderen Betriebsystemen gehört! Wirklich garnichts. Zwar wurde auch nicht wirklich auf das MS-Produkt eingegangen, aber dennoch nur jenes benutzt. Vom ITG-Unterricht bin ich enttäuscht!

Informatik-AG Klasse 11
Hier geht's zumindest bei uns darum, die Grundzüge des Programmierens mit Java zu erlernen. Hier ebenfalls kein Ton zu anderen Betriebsystemen. Benutzt wird, was da ist: Windows (in der Schule). Ich hätte (fällt mir gerade so ein) eigentlich mal beim Lehrer (unser Rektor!) nachfragen sollen, welche Entwicklungsumgebung ich denn unter Linux (ubuntu) benutzen kann und ich bin mir sehr sicher, dass er nicht gewusst hätte, was er mir antworten soll!
Über den (von mir bereits gewählten) "richtigen" Informatikunterricht in Klasse 12 kann ich - logischerweise - nicht viel sagen, jedoch glaube ich, dass andere Betriebsysteme, Software, etc. ebenfalls kein Thema sein wird.

Achja, genug gelabert, Fazit ist, Tblue, du hast recht! Was dagegen tun? Frag mich was leichteres. Ich unterstütze jedenfalls OpenSource Projekte mehr (eigentlich nur) - im Gegensatz zu Microsoft. Nur in dem Umfang, den ich "muss".

Gruß
29.03.08 @ 13:33
Kommentar von: krumme [Besucher] E-Mail · http://www.meisterfischer.eu
*****
Bei uns in der Schule ist es fast das gleiche, bei uns werden zwar die Open Source Lösungen erwähnt, aber nur mit MS Produkte gearbeitet.

Wenn ich aber problme mit Linux, Programmieren habe, frage ich einfach unseren Lehrer, der kennt sich da Perfekt aus. Einmal hat er sogar gesagt, das wenn er Windows nicht von der Schulleitung aus nützen müsste, wäre auf allen Rechnern sofort Linux :D. Der Leherer Ist mir sehr sympatisch :D.
29.03.08 @ 19:53
Kommentar von: Sommerwolke [Besucher]
Mir hat mal jemand gesagt, Linux ist wie ein kleines Haustier, das man ständig betreuen muss (im Sinne von Updates usw.). Ich glaube, dass viele Einrichtungen nicht die Zeit und genug fähige Leute haben, sich in so ein System einzuarbeiten. Der PC in einer Einrichtung/einem Betrieb/usw. ist häufig eher die wichtigste Nebensache und nicht der Schwerpunkt. Das ist aber auch nur eine Vermutung.

PC-Kurse in der Schule sind aber häufig nicht das A und O. Immerhin gibt es das aber überhaupt. Ich wäre auch für Umgang mit dem Internet als Unterrichtsfach, damit nicht mehr so viel Blödsinn damit gemacht wird (Herausgabe sensibler Informationen durch Jugendliche usw.).
04.04.08 @ 20:13
Kommentar von: Sommerwolke [Besucher]
Hey, mir ist eine Idee gekommen! Warum bietest du nicht eine Linux-AG in deiner Schule an? Dann kannst du (jüngere) Schüler an Linux heranführen und es gibt eine Reihe neuer, gut mit Linux vertraute Nutzer. Mit einer Live-CD müsste das doch auch an Schulcomputern mit Windows gehen, oder?
09.05.08 @ 19:06
Kommentar von: Tblue [Mitglied] E-Mail · http://www.ax86.net
Sommerwolke, ich denke mal, niemand ist wirklich an den Internas von Linux interessiert, bzw. auf Grund der Freiwilligkeit/Benotungsfreiheit würde niemand ernsthaft mitarbeiten (sicherlich gäbe es auch ein paar interessierte Schüler). Naja, schon in meiner Klasse will niemand von den am PC etwas besseren etwas von Linux wissen. Denen reicht Windows, sie sind anscheinend zufrieden damit...
21.05.08 @ 18:45

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